Bei neuen Orgeln

Es entspricht dem Kunstverständnis einer jeden Zeitepoche,
die Formensprache vergangener Tage aufzugreifen
und durch neue Versatzstücke zu ergänzen,
um zu einer zeitgemäßen Ausdrucksweise zu finden.
Dies gilt insbesondere auch für den Bau neuer Orgeln.

Rückgriff

Der Rückgriff auf historisch gewachsene Bauprinzipien, ihrer Funktionalität und Klanglichkeit, sowie die Vorgabe des Raumes, sind nur die technischen Ausgangspunkte zwischen denen sich die Ausgestaltung eines neuen Instrumentes entwickelt.

Moderator und Künstler

Als Orgelbauer sind wir vor die Herausforderung gestellt viele Einzelaspekte zu einer klingenden Gesamtheit zu verbinden. Wir tragen die Verantwortung, dass aus Einzelaspekten ein gut funktionierender Organismus, ein Instrument wird. Unser Name steht an den Instrumenten.

Orgellandschaft

Die traditionsreichen Orgellandschaften mit ihren wertvollen historischen Instrumenten sind die Kulissen in die neue Orgeln eingebunden werden. Dies führt aber nicht notwendigerweise zu einer historisierenden Orgel, sondern zur Gestaltung einer Orgel der Gegenwart, die ihre Grundlagen vergangenen Epochen verdankt.
Das Musizieren an einem solchen Instrument entspricht nicht einer authentischen Aufführungspraxis.

Andrerseits

Andrerseits kann man auch das Gegenteil behaupten. Zu allen Zeiten stellt sich die Musik als eine Kunst dar, die eine Verbindung von Musikinstrument, Raumakustik, Komponist, Interpret und Zuhörer eingeht.
Auf die ursprünglichste Art ist es uns versagt, die Musik der Vergangenheit authentisch in die Gegenwart zu holen. Wir und unsere Lebensumstände sind anders.

Was uns verbindet

Was uns aber mit dem Musikempfinden vergangener Tage verbindet ist, dass Klangschönheit
und Ausdruckskraft einer Interpretation damals wie heute, uns zu verzaubern vermag.

Verpflichtung

Mit unserm Können als Orgelbauer stehen wir in der Pflicht, der Orgel die Eigenschaften zu geben, die den Könner, der die Tasten spielt, inspiriert.

Die dienende Hand

Historische Orgeln oder Orgelbestände nehmen uns in die Pflicht sie bestmöglich zu erhalten.
Hier geht es um Instandsetzung von Funktionen, die Aufarbeitung von vorhandenem Material und die Widerherstellung von Klängen. Die dienende Hand des Orgelbauers ist hier gefragt und nicht herrschende Selbstverwirklichung.


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